Montag, 18. Februar 2013

Waffen reinigen: SIG SAUER P226 X-SIX

Katzenwäsche

Ich hab mir angewöhnt, direkt nach dem Schießen die warme Waffe reichlich zu ölen und mit der Bore Snake den Lauf durchzuziehen. So kann der Schmodder gar nicht erst antrocknen. Das erspart nachher viel Arbeit: Verkrustete Rückstände sind auch mit allen möglichen Zaubermitteln schwer zu entfernen. Wenn die Waffe aber gut eingeweicht ist, komme ich mit billigsten Reinigern prima zurecht. ich benutze eigentlich nur WD40 und Bremsenreiniger.
So brauch ich die Pistole auf dem Stand auch nicht zu Zerlegen. Dazu muss nämlich erst das Laufgewicht mit den vier Schrauben abmontiert werden. Das geschieht am liebsten zu Hause. Ich hab auch eine Bürste und Putzstock von Raetz. Damit bürste ich durch den Lauf, aber ich hab das Gefühl die Bore Snake reicht eigentlich. Griffstück und Verschluss sprühe ich mit Bremsenreiniger aus und wische mit Baumwoll-Lappen und Klopapier. Anschließend alles wieder gut einölen, vor allem die Schienen, die Hammerbahn und überall wo Lauf und Verschluss aneinanderreiben: Also auf dem Patronenlager und an der Mündung. Den Lauf anschließend nochmal durchziehn, damit keine Öltropfen drin bleiben.  

Donnerstag, 3. Januar 2013

Speedloader für Revolver

  Fastfood für die Trommel


Beim PPC1500 trage ich sechs Jetloader für .38 Special, Hersteller H. Seidler/Vienna, am Gürtel in Doppel-Haltern von Höppner&Schumann. Die Ausrüstung ist meine erste und funktioniert seit Jahren. Deshalb interessiert mich nicht, ob bessere odere schlechtere Artikel existieren. Die Halter kann ich mit 'nem Inbus wenden, dann passen sie auch für kleinere K-Rahmen. Mein Revolver hat einen L-Rahmen. Die Halter sind robust, aber etwas sperrig. Mehr als sechs Speedloader kann ich nicht bequem tragen. Schließlich muss ich noch sitzen und liegen können. Aber für PPC1500, PP1 und NPA reicht die Munition am Gürtel.

Mittwoch, 2. Januar 2013

Der Fall von Dien Bien Phu - Buchbesprechung

In einem Land vor unserer Zeit


Schützengraben der Vietminh vor Dien Bien Phu. Die Männer im Vordergrund tragen PPSh 41 oder chinesische Nachbauten, die Karabiner kann ich nicht identifizieren, die hinteren könnten MAT-49 führen. Der Name des Knallstocks ist aber völlig unwichtig...
Wie jeder gute Waffennarr interessiere ich mich auch für Militärgeschichte. Deshalb stelle ich in der Winterpause ein Buch vor. Denn der schönste Krieg ist immer der, bei dem man nicht mitmachen muss. Heute geht es um den Fall der Festung Dien Bien Phu im Nordwesten Vietnams im Jahre 1954. Der bedeutete das Ende der französischen Kolonialherrschaft in Indochina, woraufhin der Vietnam-Krieg der USA begann. Wir erfahren, was passieren kann, wenn ein Industrieland versucht, mit einer Festung eine strukturschwache Region zu befrieden. Außerdem lernt ein Waffennarr, dass Fahrräder den Ausgang einer Schlacht entscheidend beeinflussen können.
Der Autor Jules Roy war Kriegsbericherstatter und bis 1953 noch selbst französischer Berufssoldat in Indochina. Frustriert von dem katastrophalen Ende der Festung Dien Bien  Phu schildert er die Schlacht aus der Sicht der Franzosen. Wie gut seine Quellen wirklich sind, weiß ich nicht zu beurteilen. Der Bericht ist nüchtern wirkt sehr autentisch. 
Mir gefällt an dem Buch: Es erzählt anschaulich wie die Vietnamesen mit unendlicher Opferbereitschfaft und unendlich vielen Fahrrädern die Franzosen vorläufig aus dem Land jagen. Die Franzosen stellt man sich überbürokratisiert, unterfinanziert, deshalb unmotiviert und trotz geschniegelten Auftretens innerlich total unrasiert und verschwitzt vor. Mir gefällt nicht, dass ganze Heere von Menschen sterben wegen der Sturheit und Ignoranz anderer. Auch deshalb ist der Text voller gehässiger Seitenhiebe gegen Militärs und Politiker, die heute keiner mehr kennt. Allen voran General Navarre, den französischen Oberbefehlshaber in Indochina. Er sollte eigentlich für einen würdigen Rückzug Frankreichs aus der asiatischen Kolonie sorgen. Er wollte es zum Schluss noch einmal richtig krachen zulassen. Das zumindest ist ihm gut gelungen.
Das Buch erzählt ein ergreifendes Stück Zeitgeschichte. Wenn man mal rausgefunden hat, wie der Trick mit den Fahrrädern funktioniert, will man auch wissen wie es ausgeht.  


Jules Roy: Der Fall von Dien Bien Phu; wahrscheinlich nur noch antiquarisch erhältlich, meine Ausgabe ist vom Heyne-Verlag von 1965.
Fotos aus:
Tim Page: Ein anderes Vietnam, ISBN-10: 3934385656; ein ungewöhnnlicher Fotoband mit Arbeiten nordvietnamesischer Fotografen.

Entscheidend ist eine gute Versorgungslogistik, Aber ohne Lastwagen, Asphaltstraßen und Flugzeuge funktioniert das nie, dachten die französischen Militärs. Die Schweizer hätten ihnen sagen können: Rückgrat einer schlagkräftigen Armee ist ein robustes Fahrrad.
 

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Schießbrille von Müller Manching

Klare Sicht

Eine teure, aber für Brillenträger notwendige Anschaffung ist eine vernünftige Schießbrille. Ich benutze eine Dynamik von Müller Manching. Herr Müller ist selber Schütze und gibt sich beim Vermessen große Mühe. Man kann seine Waffe mitbringen, die Sehschärfe wird anhand projezierter Zielscheiben ermittelt. Seit einigen Jahren bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ein Team-Kamerad musste sich nach der Anschaffung neue Gläser ausmessen lassen, aber bei ihm schwankt die Sehstärke nach Tagesform.
Das Titan-Gestell ist ohne Werkzeug zerlegbar, die Gläser sind schnell ausgetauscht. Der Nasenreiter ist ausziehbar, für höheren Sitz bei Liegend-Disziplinen. Diese Funktion nutze ich nicht. PPC1500 schieße ich natürlich auch ohne Irisblende, dafür mit aufgestecktem seitlichem Augenschutz.

Montag, 26. November 2012

Wendebox für Zündhütchen

Unscheinbarer Helfer

Sofort nach Gebrauch vergesse ich, dass sie überhaupt existiert: Meine Zündhütchen-Wendebox von RCBS. Aber ich würde sie sehr vermissen, wenn ich sie nicht hätte. Und jedesmal wenn ich sie benutze, bewundere ich das einfache, aber nützliche Werkzeug. Die Rillen im Boden lassen die Zündhütchen bei leichtem Schütteln alle mit der Öffnung nach oben liegen. Deckel drauf und einmal Wenden: alle Primer können richtig herum aufgepickt werden. Bestimmt steckt ein kompliziertes physikalisches Prinzip hinter den Rüttel-Rillen. Das will ich aber gar nicht so genau wissen. Wichtig: Die Box Funktioniert und mit diesem Artikel zolle ich ihrem Nutzen Respekt und hoffe, alle Wiederlader denken genauso.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Waffen zeichnen lernen

Wie gemalt

Neulich fand ich dragoart.com eine Seite mit einfachen Anleitungen zum zeichnen. Da gibt's nicht nur nackte, magersüchtige Manga-Mädchen - die gibt's da selbstverständlich auch - sondern viele lustige Kanonen. Der für meine verhältnisse recht gelungene Snub Nose findet sich hier. An dieser Kalaschnikow versuche ich mich noch.

Wiederladen 9 mm Parabellum H&N Kegelstumpf-Geschosse

Baut keine Munition nach Rezepten, die ihr im Internet findet!
Denkt vorher drüber nach und prüft die Ladedaten!
Handchirurg&Augenarzt bedanken sich für Arbeit!
Das Beschussamt freut sich über neue Exponate gesprengter Waffen!

Jörgs Wunder-Neun

Jörg, ein sympathischer Sportkamerad, der etwa gleichzeitig mit mir PPC1500-Wettkämpfe begann, machte in diesem Jahr erstaunliche Fortschritte. Beim Revolver scheinen sich 1460er Ergebnisse zu verfestigen und auch bei der Pistole kommt er da langsam hin. Ich fragte ihn natürlich, wie das geht. Seine Antwort: seit er für seine Pistolen-Patrone ein gutes Rezept gefunden hat schießt er viel ruhiger. Da musste ich doch gleich die Ladedaten aufschreiben und nachstricken:
Geschoss: H&N HS Kegelstumpf, .357" Diameter, 127 gr; Pulver: 4,5 gr N340 Vihtavuori; Gesamtlänge: 28,6 mm. (Eine alternative Laborierung, die ich nicht getestet habe: 3,7 gr Hodgdon Titegroup bei 28,2 mm Gesamtlänge.)

Und sie fliegen: Gut!

Ich testete sie mit meiner P226 X-Six auf 50 m, sitzend auf Tisch aufgelegt, mit Irisblende aber ohne Sandsack oder sonstiger Auflage. Außerdem hab ich vergessen, das Licht an der Scheibe anzumachen. Die Ausreißer gehen also zu meinen Lasten, das Ergebnis seht ihr hier: 
Mit Ausreißer hält die Gruppe die Zehn, die vier "schönen" treffer halten das X mit einer Höhenstreuung von 7 cm und einer seitlichen von 4,5 cm. Die beiden Paare liegen jeweils 2,5 cm auseinander. Diesen Wert sehe ich als das "theoretische Potential" der Ladung.

Dienstag, 16. Oktober 2012

Aktenklammer schützt geschwärzte Visierung

Abgeklemmt


Das gute Aristocrat-Visier wird vor dem Wettkampf sorgfältig mit Karbid geschwärzt. Die Waffe im Holster kann den Ruß aber an der Kleidung abschaben: Macht das Hemd schmutzig und die Kimme blank. Da hilft eine einfache Aktenklemme (muss groß genug sein). Die kann man auch mit einer Schnur am Gürtel befestigen.

Freitag, 12. Oktober 2012

Aristocrat Mehrpositionen-Visier

Drei in Eins

Auf meinen beiden Wettkampf-Waffen sitzt ein Mehrpositionen-Visier von der amerikanischen Firma Aristocrat. Damit kann ich drei verschiedene Haltepunkte voreinstellen und im Wettkampf mit einem Klick anwählen. Die Konstruktion ist speziell für amerikansiche PPC1500-Wettkämpfe.
 
 Für die Pistole besteht das Visier aus hohem Korn und der Kimme mit allen Verstellschrauben. Für den Revolver ist das Aristocrat eine einteilige Schiene. Bei der Pistolenkimme wähle ich die Haltepunkte mit einer Schlitzschraube. Position 1 und 3 sind eingraviert, Position 2 ist mittig unten. Beim Revover verstelle ich mit einem Schieber am Korn. Hier zeigen die gravierten Entfernungen auch die Absicht des Konstrukteurs:
Position 1 Treffer Fleck auf 7 und 15 Yards, Position 2 Pfeil auf 25 Yards, vom Haltepunkt aus der  tiefste Treffersitz. Position 3 Pfeil auf 50 Yards, etwas Höher als 2, denn die Geschosse fallen ja. Ich benutze nur 2 Positionen, denn ich habe gelernt, die 25 Meter auch Fleck zu schießen und möchte mich hier nicht umgewöhnen. Auf amerikanischen Ständen dagegen ist das Ziel meist nicht überdacht, das Sonnenlicht lässt die Treffer weithin sichtbar leuchten, was die Schützen irritiert. Also zielen sie dort auch auf 25 Yards auf den Pfeil bzw. Hals.


 
 Die Höhenverstellung beim Einschießen erfolgt für jede Position einzeln über drei Inbus-Schrauben, Größe 1/16". Bei der Pistole an der Kimme, bei meinem Revolver direkt am verstellbaren Korn. Zusätzlich gibt es noch eine "große" Seitenstellschraube und eine für die Höhe, welche das gesamte Visier verstellen. Die Höhenstellschraube soll am Anfang etwa mittig positioniert und dann nicht mehr angefasst werden. Mit der Seitenstellschraube kann man im Wettkampf beim Warmup die Seitenlage korrigieren. Ich tue das nicht, denn Seitenabweichung kommt bei mir meist von Schießfehlern. Wenn ich mich danach besser konzentriere, war alles Verstellen für die Katz 

Noch ein Tipp: Verstellbare Kimmen mit Schraube (gibt's auch für Revolver) sollte man beim Verstellen mit dem Daumen anheben. Das schont die Achse, die sonst angeblich brechen kann. Das hab ich so gehört, passiert ist mir noch nichts, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht...

Ich wüsste ausser der PPC1500 keinen anderen Wettkampf, bei dem ein Aristocrat-Visier sonst benötigt. Es kann nützlich sein, wenn bei DSB-Wettkämpfen verschiedene Haltepunkte für Präzisions- und Duellscheibe gewünscht sind. Von einem Bianchi-Schützen weiß ich, dass er auf 50 Yards beim Practical-Match das schwarze X aufsitzen lässt.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Pistole: Glock

Leider geil

In der Waffenwelt verursachte Gaston Glock einen mittleren Skandal: Er baute eine Waffe, die zuverlässig funktionierte, einfach und sicher zu bedienen war bei revolutionären 17 Schuss Magazinkapazität. Es gelang ihm auch noch, diese Wunderwaffe schnell und in ausreichender Stückzahl zu produzieren. Schließlich warf die Pistole dabei Gewinn ab, ganz so als sei sie ein normales Industrie-Produkt. Der branchenfremde Glock beschämte damit die etablierten Waffenhersteller auf der ganzen Welt. Und erwarb sich eine ständig wachsende Fan-Gemeinde. Bis heute polarisiert seine schwarze Pistole. Glock setzte einen Trend. Fast jeder Waffenhersteller versuchte sich seit dem an Kunststoff-Griffstücken. Das Original ist in Schlichtheit und vor allem im Preis bisher unerreicht. Ich mag sie nicht wirklich. Aber ich muss und kann sie jedem uneingeschränkt empfehlen: Wenn Plastik, dann Glock!
Das erste Jahr ohne eigene WBK schoss ich mit verschiedenen geliehenen Glock-Pistolen, meist Modell 19 oder 17. Sie taten klaglos ihren Dienst, ich gewöhnte mich an die Energie der 9 Para und lernte, die Schussgruppe zusammenzubringen. Als Sportschütze gefallen mir nicht die Balance und der undefinierte Abzug. Sicher, wer tatktisch trainiert kann mit der Glock auf jede Entfernung ganz hervorragende Ergebnisse erzielen. 
Faszinierend allerdings die Vielfalt an Zubehör, Wechselsystemen und Anbauteilen. Die sind meist nicht nur billig sondern nahezu beliebig kombinierbar. Das nimmt absurde Züge an, wenn man etwa die kompakte 19 mit einem 30-Schuß-Magazin lädt. Macht aber großen Spaß. Und jetzt genießt die kleine Fotogalerie, die ich in meinen Archiven gefunden habe und hier ohne weitern Kommentar präsentiere. Ein paar echte Enthusiasten ließen mich vor Jahren ihre Spielzeuge ablichten. Beteiligt waren mehrere Glock 19 und 17, mindestens ein Glock 21 und eine Glock 35. Das Zubehör, die Wechselsysteme und Wechselläufe kann ich gar nicht alle aufzählen:










Montag, 1. Oktober 2012

.38 Super Auto ist verdammt präzise

...wenn man Bruce Piatt heißt

Dem amerikanischen Meisterschützen gelang während der Weltmeisterschaft Bianchi Cup beim Einschießen diese bemerkenswerte Gruppe. Für die Nachwelt hat er die wichtigsten Eckdaten direkt auf der Scheibe notiert: 10. September 2012, Philippsburg, Deutschland, .38 Super Auto, Waffe: Caspian, Geschoss: 115 gr Sierra JHP, Starline-Hülse, Pulver: N320, leider keine Mengenangabe, es sei denn, jemand weiß, was das "V.V." bedeutet, Entfernung: 50 Yards, 8 Schuss liegend.
Kommentar Bruce Piatt nach dieser schönen Demonstration: "I guess I'm zeroed." (Ich glaub, mein Visier ist eingestellt.) 

Freitag, 28. September 2012

Ray-Vin Super Smoker Karbid-Lampe richtig benutzen

Der Ray-Vin Super Smoker

Ich besitze einen Ray-Vin Super Smoker, um meine Visierung zu schwärzen. Das war bisher ein ziemliches Gefummel. Ausserdem macht mir das Karbid Angst: Ein Stein, der sich in brennbares Gas verwandelt, wenn er mit Wasser in Berührung kommt. Da kann ich mir ja gleich Gremlins in die Bude holen. Heute fand ich ein Video, das den korrekten Umgang erklärt. Werde ich gleich mal ausprobieren und dann hier davon erzählen - wenn mir der Kram nicht um die Ohren fliegt!
Nachtrag am 3.Oktober: Funktioniert wunderbar. Brennt sauber, explodiert nicht, verschwendet nicht zuviel Karbid.


Waffenstörung bei SIG SAUER P226 X-SIX

Ein seltsamer Vorfall

Neulich hatte meine X-SIX zum ersten mal seit 3 oder 4 Jahren eine Waffenstörung und zwar eine Art Zufuhrstörung. Eine frische Patrone verklemmte sich zwischen Lauf und Verschluss. Was genau passierte, weiß ich nicht. Übrig blieb diese verformte Patrone:
Das passierte - natürlich - im Wettkampf und kostete Ringe. Aber dafür waren etliche Experten mit Service-Stand da, die mir sofort halfen.
Bei SIG SAUER sagten sie, die Verschlussfeder wäre zu schwach. Nach etwa 10.000 Schuss braucht's eine neue. Sie gaben mir sofort eine. Nebenan stand Heribert Bettermann, "Betze", ein bekannter SIG SAUER-Händler der auch selbst Waffen baut. Er sagte, meine wiedergeladene Munition sei zu schwach und gab mir eine besonders weiche Feder. Abends sagte mir Karl Hamann, die verdrillten Federn in der X-SIX verschleißen praktisch nie, die Konstruktion sei eigentlich für Maschinengewehre aus dem zweiten Weltkrieg.

Oben die dreifach verdrillte Schließfer von SIG SAUER, in der Mitte die neue Eindrahtfeder von SIG SAUER und unten die zweifach geschränkte Feder von Heribert Bettermann
Gegen die schwache Feder von Heribert spricht: Von meiner Ladung waren schon mindestens 3000 Schuss durch die Waffe gegangen, ohne dass irgendeine Störung aufgetreten wäre.
Für die schwache Feder spricht: Es deckt sich mit Karl Hamanns Aussage; bei SIG SAUER arbeiten sie nur mit Fabrik-Munition; ich habe Heribert Bettermanns Feder eingebaut und sie läuft seit dem Einwandfrei.
Mein Fazit: Pistolenbau ist eine Handwerkskunst, die mehr mit Erfahrung und Gefühl, man könnte sagen Schamanismus zu tun hat als mit meßbaren Fakten. Am besten immer Zweit- und Drittmeinungen einholen und dann nach Gefühl entscheiden.

Darum hat die PP1-Scheibe so komische Flecken

Evolution einer Zielscheibe

PP1 - Police Pistol, Disziplin im BDMP

Die Disziplin PP1 gehört zu den beliebtesten Kurzwaffen-Wettkämpfen im BDMP. Mit 30 Schuss ein kurzes, aber abwechslungsreiches und anspruchsvolles Match. In einem inzwischen eingestellten Blog fand ich diese beiden Bilder, die sehr schön die Herkunft unserer Wettkampfscheibe illustrieren. In Deutschland dürfen wir also aus gutem Grund nicht auf Mannscheiben schießen: Dieses 70er-Jahre-Design ist schon eine Menschensrechtsverletzung. 
Lustig: Das X in der Zehn wäre ein Treffer genau auf dem Abzugsbügel der gegnerischen Waffe. So hat Lucky Luke im Comic immer die Bösen entwaffnet. Strengt Euch also an und macht dem sympathischen Cowboy Ehre.
Wenn man ein wenig bei google sucht, findet man auch Variatonen. In Barbados zum Beispiel schießen sie auf diese Scheibe, ohne Kopf aber mit Pistole:

Mittwoch, 26. September 2012

Speed Event WM Bianchi 2012 8WAPC

Die schnellsten Schützen der Welt im Shoot Off

Das Speed Event ist ein Stechen für die besten der besten, geschossen nach dem Bianchi Cup Match. Ein guter Freund von mir hat dieses sehr gelungene Video bei der Weltmeisterschaft Bianchi Cup in Philippsburg aufgenommen und zusammengeschnitten. Vielen Dank dafür!

Dienstag, 25. September 2012

9 mm Para Wiederladen mit H&N Geschoss

Baut keine Munition nach Rezepten, die ihr im Internet findet!
Denkt vorher drüber nach und prüft die Ladedaten!
Handchirurg&Augenarzt bedanken sich für Arbeit!
Das Beschussamt freut sich über neue Exponate gesprengter Waffen!

Meine Wunder-Neun

Beim Training und im Wettkampf schieße ich diese Neun-Para: Ein H&N High Speed Geschoss, 115 gr, Hohlspitze, .356" Diameter. Drunter kommen 4,3 gr N320 von Kemira Vihtavuori und ein Federal 100 Zündhütchen. Die Bohne ist 28,8 mm lang, hat aus meiner X-SIX den Faktor 130 und hält auf 50 m bequem 4,5 cm Streukreis. Mein Teamkamerad Thomas brachte das Rezept an und ich find es super.
Gegen die H&N-Geschosse hörte ich schon einiges: Häufig würde das Gewicht schwanken. Der Lack kann abplatzen und dann fliegen sie sonst wo hin. Aber für mich reichen die erst mal: Mein bestes Ergebnis bei einem PPC-Match war bisher ein 1450er. Beide 50 Meter liefen für meine Verhältnisse ungewöhnlich gut mit je etwa 10 Miesen und keiner einzigen 7. Normalerweise schieße ich da 15 bis 20 raus, manchmal auch mehr. Den Blödsinn hab ich selber auf 15 und 25 Meter gemacht. Solange sich meine Leistung da nicht merklich bessert und stabilisiert, brauche ich über präzisere Munition nicht nachzudenken. Übrigens sortiere ich meine Hülsen auch nicht nach Marken, ich schmeiß nur die raus, die sich schlecht verarbeiten lassen.

Mittwoch, 19. September 2012

Hülsen im Tumbler reinigen

Geschüttelt und gerührt

Meine gesammelten Hülsen reinige ich in einem Tumbler Lyman Pro Magnum. Laut Verpackung stemmt der 1000 .38er auf einmal. Die Erfahrung bestätigte: Der schafft schon eine ganze Menge. Nach drei Stunden oder weniger glänzt das Messing wie neu. Das Granulat dürfte Mais sein. Weiß ich aber nicht genau, weil ich die Ausrüstung fertig geschenkt bekam. Als Polierpaste verwende ich Sidol Metallpolitur aus'm Supermarkt. Aber vorsicht: Den Tumbler mit der Paste immer erst ein paar Minuten laufen lasse, bis alles ins Granulat eingezogen ist. Sonst setzt sich die schmierige Pampe in den Hülsen fest.
Die sauberen Hülsen trennt ein praktisches drehbares Sieb mit Eimer vom Granulat. Das Gerät ist ein "Media Seperator" von Frankford Arsenal.

Montag, 17. September 2012

Super Magnum

Neulich bei der Deutschen Meisterschaft

Bei der Disziplin "Super Magnum" geht's mit großen Kalibern auf die PP1-Scheibe:
Zuerst 25 Meter Präzision, dann auf 15 und 10 Meter Einzelschüsse in jeweils 2 Sekunden.

Donnerstag, 30. August 2012

Ralf Vanicek bei der EM in Budejovice

Und so macht man's richtig

Naturtalent Ralf Vanicek befindet sich seit Jahren eigentlich immer unter den ersten 5 der WA1500-Rangliste. Hier schießt er die 50 m des Team-Matches für Deutschland bei der EM in Budejovice mit der Pistole. Die beiden Schützen, Roman Hauber und er gewannen den Wettkampf. Wie immer nur einer von mehreren Pokalen für Ralf Vanicek.

Mittwoch, 29. August 2012

Meine SIG SAUER P226 X-SIX

Meine X-SIX und ich...

...schießen bei der Europameisterschaft PPC1500 in Budweis/Budejovice einen schönen Mist zusammen. Egal. Hat Spaß gemacht. Nächstes Mal wirds besser.