Mittwoch, 8. August 2012

Dragunow SWD 7,62 x 54R

Legende aus dem kalten Krieg

Heute leider nur Fotos aus meinem Archiv, von dem schönen Nikolaus-Ausflug nach Harnekob 2008. Unter den Leihwaffen befand sich auch ein Dragunow SWD. Das Kürzel bedeutet: Snaiperskaja wintowka Dragunowa, auf Deutsch einfach "Scharfschützengewehr Dragunow". Mehr will ich hier nicht von Wikipedia abschreiben. Da kann jeder selber nachlesen. Nur so viel: Die Präzision war für sportliche Ansprüche nicht so berauschend, gute 5 cm auf 50 m. Für den militärischen Einsatzzweck völlig ausreichend. Und das Schießen machte riesig Spaß.

Bei russischen Waffen scheiden sich die Geister. Ich jedenfalls mag sie. Sie funktionieren gut, die Technik ist überschaubar und leicht verständlich, sie sehen aus, wie Waffen aussehen müssen: Aggressiv, kantig und häßlich wie der Tod. Dazu die Optiken robust und funktional. Ein Zeiss oder Swarovski liefert ein strahlenderes Bild. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis der Russen ist einfach unschlagbar. Dazu das intuitive Absehen und schließlich die kultige Seitenmontage:
Der Abzug ist weich aber ohne jeden Druckpunkt. Einfach ziehen und irgendwann knallt's dann. Es gibt wilde Gerüchte, so ein Abzug sei besser gegen bewegliche Ziele, weil man sich aufs Mitschwingen konzentrieren kann. Wie auch immer: So sind sie halt, die russischen Gewehre. 
Das Gerät verschießt die alte Randpatrone aus der Zarenzeit. Warum auch nicht, von den getroffenen hat sich noch keiner über das Kaliber beschwert.
Und wenn die unkaputtbare Optik doch mal versagt: Der Stahlpin tut's genauso.

Kommentare:

  1. ich habe diese Waffe nun 2 Jahre lang in Gebrauch gehabt, in meiner Armee Zeit in der NVA im Luftsturmregiment Willy Sänger von 85 bis 88. Ausbildung in Brora in Ehren entlassen als Leutnant der Fallschirmjäger.
    Ausbildung AK47 und Dragunov / mit Scharfschützenausbildung.

    Die Dragunov aus Freihandoperation war schließlich auch nicht dafür gedacht,
    es ist ja auch kein Sturmgewehr sondern eine sehr preziese Waffe im Entfernungskampf
    um die Kameraden gegen vorzeitige Angriffe zu schützen.
    Der Erstschlag aus dem Hinterhalt aus unentdekter Stellung war für diese Waffe das absolute Terrang.
    Also aufklären 2 gezielte Scchüße und sich wieder abhauen so gehts.

    Die Dragunov war eine sehr geschmeidige und robuste Waffe mit dem richtigen Schützen absolut tödlich.
    Auf 800 m eine Stecknadel auf 1000 m ein 10 mm Knopf.

    Ja so wars.



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    1. So eine Präzision würde einem zur Zeit wahrscheinlich kein Hersteller eines Selbstladegewehrs garantieren. Der Dragunov trau ich das aber zu, denn ich weiß wohl: Russen können Waffen! Wir konnten das an dem Tag aus verschiedenen Gründen aber nicht wirklich ausreizen:
      1. Keiner von uns war wirklich erfahren mit Langwaffe. Ich selbst kenne mich ein bißchen mit Pistolen aus, hab aber mit Gewehr noch nie für Wettkämpfe trainiert und auch nie weiter als 300 Meter geschossen - für Zivilisten schon ein seltenes Highlight heutzutage.
      2. Die Waffe war eine Leihwaffe vom Standbetreiber, die er jedem in Hand gedrückt hatte. Und der sagte uns auch vorher, die Munition (von deren Verkauf er ein wenig verdiente) sei nicht berauschend. War Militär-Surplus aus Stahlhülsen. Ich weiß aber wohl, daß liebevoll gefertigte 7,62x54R so einiges kann.
      3. Wie ich im Beitrag schon erwähnte, war es ein unterhaltsamer Nikolausausflug und keiner hatte die Nerven für einen konzentrierten Waffentest schon gar nicht auf einer schlecht beleuchteten 50-m-Raumschießanlage.

      Hoffe trotzdem der Artikel hat ein wenig Vergnügen bereitet

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